16.12.2010 von Patricia

Der Remix – Teil 1


Es gibt kaum noch bekannte Songs ohne ein, zwei Remix-Versionen. Als Newcomer-Band wirst Du bereits bei Label-Verhandlungen auf Remixe Deiner Songs angesprochen. Authentische Indie-Musik ist schön und gut, aber die Nachfrage nach einer Club-Version sei höher. „Body Movin’“von den Beasty Boys landete als Remix von Fatboy Slim in den Charts. „Sing it Back“ von Moloko blieb als Original auf dem „I am not a doctor“-Album komplett unbeachtet, bis der Remix von DJ Boris Dlugosch den Song hoch in die Top-10 trieb.
Deshalb gibt es eigentlich keine bessere Idee als Dich als angehender Produzent im Remixing zu üben. Davor solltest Du aber einige grundlegenden Dinge über das Remixing wissen und die wirst Du hier erfahren.

Was ist ein Remix und warum remixen?

Ein Remix ist eine alternative Version eines Songs, die aus dem Original entstanden ist. Beim Remix werden Audio-Elemente hinzugefügt oder entfernt, EQ, Dynamik, Pitch und Tempo oder manchmal sogar grundlegende Arrangements verändert. Im Prinzip kann alles an dem Original-Song bearbeitet werden, jedoch ist der Sinn eines Remixes, dass der Song seinen Wiedererkennungswert behält. Ein Zusammenhang zwischen Originalsong und Remix muss eindeutig sein.
Warum werden Remixe gemacht? Die Gründe können variieren. War ein Song einst beliebt, so bekommt er durch einen Radio- oder Club-Remix eine zweite Chance. Ein Remix ermöglicht eine Stereo- oder sogar Surround Sound Version eines Songs, der nur in Mono vorhanden ist. Meist sind Remixe jedoch künstlerisch begründet oder werden mit dem Ziel gemacht den Song an ein spezifisches Musikgenre oder Radioformat anzupassen. Der Weg der Bekanntmachung eines Songs über CD-Handel ist weitaus mühsamer als über Club DJs oder große Radiosender. Also muss oft eine tanzbare und kommerziell taugliche Version her.
Aber aufgepasst! Remixe und Covers sind zwei verschiedene Dinge. Ein Remix Song arbeitet immer mit den vorhandenen Aufnahmen während ein Cover an sich eine neue Aufnahme eines bereits aufgenommenen Songs durch einen anderen Interpreten ist.

Wo hat alles angefangen?

Wollen wir ganz weit zurückgehen? Tatsache ist, dass bereits zu Anfang der Aufnahmemöglichkeiten (Ende 19.Jrh) mit der Bearbeitung von Aufnahmen herumexperimentiert wurde. Entscheidend war jedoch die Entwicklung des editierbaren Magnetbands und des Multitrack Recordings in den 40er und 50er Jahren. Das Genre der konkreten Musik benutzte Bandmanipulation um Klangkompositionen zu kreieren und auch Novelty Songs bedienten sich einfachen Editings.
Aber moderne Remixe haben ihren Ursprung in der jamaikanischen Dance Hall Kultur der späten 60er bis 70er Jahre. Lokale Mischer zerlegten Ska, Rocksteady, Dub und Reggae-Songs um sie dann wieder dem Geschmack des Publikums entsprechend zusammenzubauen. Zunächst waren es die sogenannten „Versions“, bei denen die Vocals entfielen. Langsam verfeinerte sich das Handwerk, Instrumentals wurden innerhalb des Mixes ein- und ausgeblendet, Hooks isoliert und wiederholt, und Effekte wie Reverbs und Delays eingeblendet.

Zu der gleichen Zeit setzten DJs in den ersten Discos ähnliche Tricks ein (Loops und Tape Edits) um ihr Publikum zum tanzen zu bringen. Tom Moulton ist der Erfinder des Dance Remixes, wie wir ihn heute kennen. Er wurde durch seine Mixtapes bekannt und später für seine Remixes auf dem Dancefloor. Dabei erfand er die Breakdown-Sektion und das 12inch Single Vinyl-Format.
Mitte der 70er trafen die Dub- und Disco- Remix Kulturen durch jamaikanische Immigranten in der Bronx aufeinander und prägten die Hip Hop Musik mit. Cutting und Scratching wurden Teil der Remix-Kultur und setzten sich zum ersten mal mit dem Remix von Grand Mixer D.ST. für „Rockit“ von Herbie Hancock im Jahre 1983 durch.
In den späten 80ern verbreitete sich eine neue Art des Remixes, bei der die Vocals erhalten blieben und die Instrumentals ausgewechselt wurden. Mixer fingen an Remixes nicht um der Tanzbarkeit willen zu erschaffen, sondern für die Kunst selber.

In den 90ern setzten sich die Home Computer durch, was zur Folge hatte, dass immer mehr inoffizielle „Underground“ Remixes auftauchten, die zwei oder auch mehrere Songs miteinander vermischten. Was war so besonders an Underground Remixes? Sie waren viel schwieriger zu machen, weil keine separaten Instrumental- und Vocal-Audiospuren vorhanden waren. Viele bekannte Künstler wie Nine Inch Nails, Björk und Public Enemy fingen an unlizenzierte Underground Remixes zu fördern anstatt zu tadeln.

Heute ist der Remix weder aus den Clubs noch aus den Radios wegzudenken. Es werden ganze Remix-Alben herausgebracht (z.B. Björk, Kylie Minogue, Maroon 5), Fan Remix Plattformen gegründet und Remix-Contests organisiert. Mit einer Sequencer Software wie Logic 9, Cubase 5, Ableton Live oder Fruity Loops kann jeder bei sich zu Hause erstklassige Remixes produzieren. Auch bei Unimall wird derzeit ein Remix Contest veranstaltet, bei dem jeder teilnehmen kann. Schon Lust bekommen Dich im Remixing zu üben? Dann wirst Du die nötigen Grundlagen im nächsten Blogeintrag erfahren um danach das ganze mal selber auszuprobieren!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Schreib einen Kommentar

Vorname* E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)