02.03.2010 von Stephan

Die größten Gefahren beim Filesharing

Du hast wenig Geld und im Internet gibt es an allen Ecken und Enden Software für lau. Illegal zwar, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul. Oder besser doch? Was soll schon passieren, erwischt werden die wenigsten, oder?

Tja, schön wär‘s. Leider begibt sich der Filesharer – auch wenn er „nur“ Dateien herunterläd, in nicht unbeträchtliche Gefahr.
Denn mal abgesehen davon, dass das Herunterladen illegal ist, ist es auch gefährlich, da Du nie weißt, was Du Dir da herunterlädst. Nicht selten fängst Du Dir dabei Spyware oder Malware ein, die gern an den Dateien dranhängt. Und auch ohne dass der, der die Dateien als erster zur Verfügung gestellt hat, eine böse Absicht gehabt hätte, können sie natürlich auch mit Viren infiziert sein.

virusjagd

Wenn man sich erst einmal mit Spyware infiziert hat, ist Holland in Not. Denn dann kann alles, was Du an Deinem Computer machst, aufgezeichnet und unbemerkt weitergegeben werden. Und zwar nicht nur all Deine persönlichen Daten, sondern auch alles, was Du online irgendwo eingibst, wie z. B. Deine Kreditkartennummer oder Deine Zugangsdaten beim Onlinebanking. Dass das gefährlich ist, braucht man wohl niemandem zu erklären. Die noch größere Gefahr besteht jedoch darin, dass man unbemerkt zum Teil eines Bot-Netzes wird. In einem Bot-Netz sind viele Computer miteinander verbunden und erledigen zusammen Aufgaben, für die eine große Rechenleistung benötigt wird, wie das massenhafte Versenden von Spam– oder Phishing-Mails oder das Ausführuen von DDoSAttacken. Mittlerweile ist ja eine ganze Schattenwirtschaft entstanden, in der mit solchen „Dienstleistungen“, mit der Vermietung von Bot-Netzen, aber auch mit gestohlenen Kreditkarteninformationen, PayPal– oder auch Packstation-Accounts gehandelt wird.

Aber es lauern noch andere Gefahren auf den Filesharer: Zu den eher harmlosen gehört es, dass sich die heruntergeladene Datei als etwas ganz anderes herausstellt. Da willst Du Dir den neuesten Streifen mit Scarlett Johansson besorgen und wenn Du ihn dann auf der Platte hast, bemerkst Du, dass es sich um einen Porno handelt, der nur den gleichen Namen trägt, wie der richtige Film. Weniger schlimm ist es auch, wenn die Software, die als gecrackt angepriesen wurde, überhaupt nicht gecrackt ist. Unschöner wird es, wenn man P-2-P-Clients benutzt und nicht aufpasst, was diese da von der Festplatte alles automatisch mit-sharen. Schon mancher hat nicht darauf geachtet, was default-mäßig als geshareter Ordner eingestellt ist und hat dann persönliche Dateien mit der ganze Welt geteilt, die er noch nicht einmal seiner eigenen Großmutter anvertraut hätten. Meist wird auch einfach der Ordner, in dem die geladenen Dateien gespeichert werden, mitgeshared. Wenn Du also den Desktop als Speicherort ausgewählt hast, na dann gute Nacht…

Man sollte auch bedenken, dass man stets, wenn man in P-2-P-Netzwerken etwas herunterläd, zugleich alles von dieser Datei, das man bisher erhalten hat, allen anderen zur Verfügung stellt. Es ist also ein Irrtum zu glauben, man könnte nur herunterladen und das wäre dann nicht so gefährlich – ganz abgesehen davon, dass durch das Herunterladen genauso Rechte verletzt werden wie durch das zur Verfügung stellen.

datenklau3© Antje Delater / PIXELIO

Manch einer weicht dann auf BitTorrent-Filesharing aus, auch, weil das Sharen damit oft schneller geht (sofern es sich um neuere Dateien handelt, die von vielen gleichzeitig bereitgestellt werden). Dort hat man aber das gleiche Problem, dass alle einzelnen Teile der Datei, die schon geladen wurden, zugleich geshared weden. Und dass alle, mit denen man die Datei shared, anonym bleiben, ist kein Vorteil, sondern eher eine Gefahr, denn man weiß nicht, ob sich dahinter nicht die Rechteinhaber der Datei, bzw. von ihnen beauftragte Dienstleister verbergen. Somit ist der Vorteil von BitTorrent, dass man nicht mehr tage- und nächtelang als Sharer auftritt, nicht so groß, wie man glauben könnte. Klar ist auch, dass die Seiten, die die Torrent-Dateien (die ja nur Verweise auf die eigentlichen, geshareten Dateien beinhalten) und die Tracker keinerlei Haftung übernehmen, da sie die Files ja nicht hosten. Mit der Rechtsverletzung bist Du dann alleine.

bittorrent

Zu beachten ist auch, dass manche Clients (so wie manche P2P-Programme) bestimmte Möglichkeiten und Features davon abhängig machen, wieviel Dateien man im Verhältnis zu den heruntergeladenen Dateien geshared hat. Da wird man leicht zum vermehrten Sharen verleitet.

Man sollte auch nicht vergessen, dass immer dann, wenn ein neuer Film in die Kinos kommt oder eine neue (kostenpflichtige) Softwareversion erscheint, die Tauschbörsen und -netzwerke mit Dateien geradezu überquellen, die genau so benannt sind. Es ist ziemlich selten bis unwahrscheinlich, dass dahinter dann genau der Film oder das Programm steckt, nach dem einem giert. Im besten Fall handelt es sich um andere, harmlose Dateien, im schlimmsten Fall um gefährliche Schadsoftware.

Darum können wir Dir nur eines raten: Kaufen statt klauen. Damit bist Du nicht nur auf der sicheren Seite und setzt deinen Computer nicht unnötigen Gefahren aus, sondern Du bekommst auch genau die Software, die Du haben willst, und keine falschen oder kaputten Versionen, keine Schadsoftware, keine Viren und Dein Computer wird nicht zum Bot.

Außerdem: Was Software betrifft, lohnt es sich sowieso nicht, denn hier bei Unimall gibt es auf so viele Produkte einen Bildungsrabatt, dass sie sich praktisch jeder leisten kann. Illegal herunterladen braucht sie eigentlich niemand mehr.

3 Kommentare zu “Die größten Gefahren beim Filesharing”

  1. sewer says:

    Cool, dann können wir Mac User ja weiter klauen, so ganz ohne Viren.

    Nicht erwähnt ist in dem Artikel übrigens, dass Unimall auch weniger verticken kann, wenn wir Schnäppchensoftware wie Photoshop nicht zum 499 Euro Studentenpreis kaufen, sondern runterladen.

    @unimall: Diesen Beitrag braucht ihr übrigens nicht selbst zu veröffentlichen, ich habs mit blopps.com bereits direkt auf eure Seite gestellt.

    Gruß,

    sewer

  2. tailor says:

    Es ist tatsächlich sehr schade, dass Unimall es nötig hat, eine so unsachliche Panikmache zu veröffentlichen. Vielleicht wird der Unterschied zwischen Filesharing und Urheberrechtsverletzung ja im nächsten Post erklärt.
    Am besten gefallen mir der bunte Strauß der fettgedruckten Begriffe “Illegal […] Viren […] Scarlett Johansson” 😉 und die nicht auszurottende Legende des großen Geschäfts mit illegalen Daten oder Diensten (“Mittlerweile ist ja eine ganze Schattenwirtschaft entstanden […]”). Es wäre interessant zu erfahren, auf welche Belege Unimall diese Behauptung stützt. Insbesondere, da es sich hier offensichtlich um einen Marketingtext handelt.

  3. Stephan says:

    @ tailor:
    Zur Schattenwirtschaft guckst Du hier: http://www.gdata.de/ueber-g-data/pressecenter/pressemeldungen/pressemeldung/article/1327-der-rubel-rollt-boom-branche.html

    Ausgewählte Begriffe fett zu drucken finde ich äußerst nützlich, denn so kann man den Text schnell scannen und kriegt ‘ne Ahnung davon, worum’s geht. Dann kann man entscheiden, ob man ihn liest oder nicht.

    Wenn es nur um Marketing ginge, hätte ich das Wort “Porno” auch fett gemacht. 😉

Schreib einen Kommentar

Vorname* E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)