25.08.2011 von Patricia

Erfolg mit der Band – Teil 1

Image: George Stojkovic / FreeDigitalPhotos.net

Als Singer-Songwriter oder Band am Anfang einer Karriere fehlt es nie an Motivation sondern eher an finanziellen Mitteln und Erfahrung (Talent ist Voraussetzung). Ab und zu siehst Du Newcomer Bands mit riesigen Bannern, haufenweise Merchandising und bombastischen Werbekampagnen. Wie machen die das? Darauf könnte es einige Antworten geben – entweder sie sind schon bekannter oder sie haben bereits Geld (arbeiten nebenbei), oder haben sich verschuldet oder Papi und Mutti haben nachgeholfen. Geht es denn nur so? Garantiert nicht, sonst könnte fast jeder junge Musiker bereits aufgeben bevor er beginnt. Ich bin eher Gegner davon Dinge schön zu reden, daher gehen wir jetzt von der knallharten Realität aus – Schüler oder Student, jung, (noch) arm und unbekannt. Aber die gute Nachricht ist, dass Du talentiert bist und dass es günstige Wege gibt, die Dir dabei helfen dem Erfolg möglichst schnell nahe zu kommen. Hier möchten wir Dich auf einige Punkte hinweisen.

Demo aufnehmen
Zu Beginn müssen natürlich die Songs stehen. Dabei solltest Du keine Abstriche machen, denn Deine Songs sind das, was Du verkaufst. Nicht jeder Song kann Hit-Potential haben, aber gut ist, wenn Du zwei, drei Songs hast, auf die Du besonders stolz bist und die Du als die ersten Songs auf Deiner Demo-CD präsentierst. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten für wenig Geld ordentliche Aufnahmen zu machen. Wer etwas mehr ausgeben kann, ist mit Software Sequencern wie Logic Studio 9, Ableton Live 8, Steinberg Cubase 6 oder Pro Trools bestens versorgt. Besonders günstig bekommt man meist die kleineren Versionen dieser Profi-Anwendungen wie z. B. Cubase Elements 6, Ableton Live Intro 8 oder Logic Express 9. Außerdem gibt es noch kostenlose Software Sequencer wie ACID Xpress 7, Kristal Audio Engine, Audacity oder Anvil Studio, die man im Netz herunterladen kann. Über ein Audio Interface und ein Mikrofon (oder direkt mit einem USB-Mikrofon) kannst Du dann sofort mit dem Aufnehmen beginnen. Virtuelle Instrumente und Effekte helfen dort nach, wo Dir die Mittel fehlen.

Konzept?
„Was für Musik macht ihr denn?“ oder „was für eine Band seid ihr denn?“ sind Fragen, bei denen viele Musiker ins Labern geraten. Tatsache ist aber, dass ein Presse- oder Bewerbungstext kurz und knackig sein muss und ein Booker oder Club kaum Interesse daran hat, welch Komplexität hinter Deiner Musik steht. Sehe es mal so – wenn Du Dich nicht einordnest, dann wird es früher oder später jemand anderes machen und so erscheint man in den ersten Konzertanzeigen als Pop statt Rockband oder Emo statt Metal-Band. Gib der Presse eine gute Vorlage und dem Club ein möglichst eindeutiges Bild von dem was Du machst. Selbst das ausgefallenste Konzept kann mit etwas rhetorischer Kunst in einen verständlichen Text verpackt werden. Und wenn Du kein passendes Genre für Deine Musik findest gibt es noch die Möglichkeit einen eigenen Begriff zu erfinden oder Genres in einer Bezeichnung zu koppeln (z. B. The Irrepressibles – Chamber Pop, Dresden Dolls – Punk Cabaret).

Social Networks

Image: tungphoto / FreeDigitalPhotos.net

Social Networks sind das effektivste, kostenlose Mittel um Deine Band bekannt zu machen. Mit Facebook kannst Du auf einen Schlag all Deine Freunde zum Konzert einladen, neue Bandbilder, Videos und Musik veröffentlichen und mit Ads Deinen Bekanntheitsgrad erhöhen. Während Netzwerke wie Myspace eher dem Untergang nahe stehen erleben Facebook, Google+ und Twitter eine Hochphase. Nicht zu vergessen sind auch Plattformen wie Last FM und Soundcloud um Musik zu verbreiten. Ein Youtube Channel ist essenziell um Deiner Musik ein Gesicht zu verleihen. Ob Musikvideo, Live-Footage, Backstage-Dokumentation oder Sonstiges, Videos helfen Dir besonders dabei Gigs und neue Fans zu bekommen. Außerdem gibt es zahlreiche Netzpräsenzen bei welchen Du Deine Band registrieren kannst. Aber denk dran – lieber ein paar gut verwaltete Seiten als zehn unregelmäßig upgedatete Pages!

Gigs bekommen
Ab ins Schlachtfeld! Jetzt geht es um Ausdauer, Geduld und Fleiß, denn Clubs erhalten hunderte von Bandbewerbungen pro Woche. Am besten rufst Du an und fragst nach wohin Du Deine Bewerbung schicken kannst. Dabei erwähnst Du schon mal Deinen Bandnamen und versuchst in kurzer Zeit möglichst einen starken Eindruck zu hinterlassen. Dann schickst Du Deine Bewerbungsmail an den Club. Nun kannst Du Dir vorstellen, dass auf der anderen Seite ein übermüdeter, lustloser Booker sitzt und die Mails kurz überfliegt. Deshalb musst Du etwas für das Auge bieten – am besten eine einfach erstellte HTML Email (ein prägnantes Bandfoto als Header tut sich immer ganz gut). Wichtige Infos fett ausschreiben und die Mail möglichst kurz halten. Ganz wichtig sind Links zu Deinen Live-Videos, denn ein Club interessiert sich meist für Deine Live-Performance. Ein Video mit kreischender Menge und einer ausdrucksvollen Band sind immer ein großes Plus. Wenn die Mail dann abgeschickt ist, beginnt die Nachverfolgung. Rufe den Club immer wieder an bis Du ein konkretes Feedback bekommst, ob positiv oder negativ.

Aber ich bekomme keine Gigs...
Trotzdem kann es manchmal schwierig sein Gigs zu bekommen. Dann ist Eigeninitiative angesagt. Als Support einer Band von Freunden einzuspringen ist immer eine Möglichkeit. Ansonsten gibt es manche Clubs, Locations und Jugendzentren, die ihre Räumlichkeiten für etwas Geld vermieten. Je mehr Leute an der Veranstaltung mitwirken, desto mehr Publikum ziehst Du auch. Dafür kannst Du weitere Bands und Performer mit einbeziehen und das ganze mit ein, zwei DJs abrunden, damit Du die Veranstaltung als Party promoten kannst. Ansonsten gibt es natürlich noch die Möglichkeit eines spontanen Bordstein- oder Park-Konzertes (was in Berlin sehr gut klappt). Auch wenn Du davon nicht reich wirst, kannst Du dort für Deine kommenden Konzerte werben oder lernst Leute kennen, die Dich wiederum an Clubs weiterempfehlen können.

Und nächstes Mal geht es weiter mit konkreten Band-Promo Tipps!

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Ein Kommentar zu “Erfolg mit der Band – Teil 1”

  1. david says:

    Hey Vielen dank .) ALso ich werd auf jeden fall mal einige deiner tipps versuchn anzuwenden :)
    Und ich finds total mega, dass zwischen den 100 crapseiten auch wirklich was stichhaltiges dabei ist :)
    Danke mann…

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