01.02.2011 von Stephan

Stefan & Lena, mehr Show kann keena.

Als ich gestern abend von UNIMALL nach Hause kam, holte ich mir wie so oft ein leckeres, eiskaltes Astra-Bier aus dem Kühlschrank, lies mich auf die Couch fallen und stöpselte den Elgato eyeTV-Stick in meinen schmucken iMac ein. Ein wenig durch die Berliner DVB-T-Kanäle gezappt (was ja mit der original Apple-Fernbedienung 1a geht) und wo blieb ich hängen? Natürlich auf dem Stefan Raab-Sender, will sagen: Pro 7. Bei der Lena-Show, will sagen: Bei “Unser Song für Deutschland”.


Bild: Daniel Kruczynski cc-by-sa-2.0

Ich gebe offen zu: Was meinen chronisch zuckenden Fernbedienungsdaumen davon abgehalten hat gleich weiterzuzappen, war jetzt nicht die Musik, sondern die Optik. Damit meine ich jetzt nicht die wie mit einem Lineal gezogene Knabberleiste von Stefan Raab, sondern die galant-latent-erotische Erscheinung der schnieken Lena Meyer-Landrut. Aber davon später nicht mehr. (Ist besser so…)

An sich ist es ja schon komisch, eine Show, in der eine Sängerin nur gegen sich selbst antritt (oder, damit mein Kollege hier im Büro mich auch gut versteht: battlet). Da waren die Vorentscheide zum Eurovision Song Contest (dehlaschongsong) in den Jahren zuvor noch abwechslungsreicher und vor allen Dingen in ihrer peinlichen Schlagerernsthaftigkeit auch viel lustiger. Aber naja, von Deutschlands einzigen verbliebenen Entertainer Stefan Raab kann man ja halten was man will, aber eins ist klar: Qualitativ schlechte Musik macht er nicht, denn er hat Talent. Was der Ex-Schlachter mit Sicherheit auch hat, ist ein Sequenzer. Ob es nun Cubase (bzw. in der brandneuen Version Cubase 6) von Steinberg ist oder z. B. Ableton Live weiß ich nicht. So weit reichen unsere Connections leider noch nicht, aber unser Musikprodukte-Manager arbeitet dran. 😉

Zurück zu Lena, aber noch nicht zu den Songs: Denn was nicht nur mich, sondern auch das Publikum in erster Linie interessierte, waren natürlich die wechselnden Outfits von LML; zu jedem Lied zog sie sich um. Mal gab sie in einem Kleid in Latte-Macchiato-Farbe die Pinzessin, mal in einem schwarzen Hosenanzug die galante Dame. Auffällig auch, dass ihr Tanzstil nicht mehr rumzappelig wie noch vor einem Jahr war. Ist sie etwa älter geworden? Ja, ist sie. Um ein Jahr. Dazu passt der von ihr selbst mit Stefan Raab zusammen komponierte Song “What Happened To Me”. (Ja, ich weiß: “von ihr selbst” und “mit Stefan Raab zusammen” hört sich widersprüchlich an und man hat gleich ähnliche Sätze im Ohr wie: “Das hat der kleine Torben ganz alleine gemalt … Mama hat nur ein bisschen geholfen.”)

Nochmal zurück zu Lena: Nicht nur sie ist ein ganzes Jahr älter geworden ist, auch ihre Stimme ist ein ganzes Jahr älter geworden und hat gottlob auch viel von der kindlichen Brüchigkeit verloren, die manch ein Zeitgenosse damals als individuell, als persönlichen Ausdruck usw. beschönigte. Übung macht eben doch den Meister und auch eine Lena Meyer-Landrut. (Auch wenn es ihr in den tiefen Lagen immer noch etwas an Substanz fehlt, aber naja.)

Und jetzt noch ein paar Worte zu den Songs. ….  Ach nö, warum denn, dafür gibt’s doch schon genug Geschnacke im großen weiten Internet, das müssen wir hier nicht noch wiederholen. Mir jedenfalls gefiel “Taken By A Stranger” ganz gut. Vom Sound jedenfalls. An der Neigung von Stefan Raab zum transparenten und nicht überladenen Arrangement können sich viele andere noch ein Scheibchen abschneiden.

Ob Lena die deutsche Britney Spears wird? Vielleicht, sie kann die Brust-OP, das Kopfrasieren und das Keinen-Schlüpfer-tragen ja weglassen. Ein kleiner, den Massen sympathischer Star mit Potential, auch im Ausland gehört zu werden, wäre – abgesehen von Nina Hagen und Tokio Hotel (welch ein Paar!) – ja nicht das Schlechteste.

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