08.06.2017 von benjamin

Wissenschaftliche Übersetzungen als Basis internationaler Wissensakkumulation

translation

Im Zeitalter des Internets und der schnellen Verkehrswege liegt es auf der Hand, dass auch Forschungsinstitute und Universitäten international enger kooperieren, denn je zuvor. Natürlich steht hierbei die allgemeine Wissenschaftssprache Englisch als mögliche Zielsprache einer Übersetzung im Vordergrund. Aber auch durch globale und europäische Austauschprogramme junger und gestandener Akademiker wie ERASMUS oder ISEP, steigt die Bedeutung der Übersetzung wissenschaftlicher Arbeiten auch auf andere Sprachen wie Französisch, Mandarin (Hochchinesisch) oder Spanisch, immer weiter an. Neben der Übersetzung akademischer Forschungsergebnisse in Buchform überwiegen hierbei vor allem Übersetzungen von Masterarbeiten, Dissertationen und postdoktoralen Habilitationen.

Die besonderen Anforderungen

Da ein wissenschaftlicher Text spezifische Vorbildung der rezipierenden Übersetzer voraussetzt und bereits kleinere Fehlinterpretationen ihrerseits dazu führen können, dass der Aussagegehalt eines Textes erheblich verändert oder die ursprüngliche Präzision verwässert wird, ist eine präzise Auswahl des bearbeitenden Übersetzers von elementarer Wichtigkeit. Sei es, dass man selbst tätig wird und jene auf dem freien Markt kontaktiert, oder aber dass man die Dienste einer Übersetzungsagentur in Anspruch nimmt, die hierfür gegebenenfalls eine Qualitätsgarantie zusichert. In beiden Fällen ist vorab zu einer Probeübersetzung zu raten, möglichst von zwei oder drei Übersetzern, um einen tatsächlichen Vergleich ziehen und nicht nur einen Eindruck gewinnen zu können.

Der Kosten- und der Zeitfaktor

Kosten und Zeitaufwand werden für eine solche Fachübersetzung gemeinhin unterschätzt. Ein Übersetzer schafft nämlich nur etwa 1000 Worte pro Tag. Da es sich hierbei um Werktage handelt kann für die Übersetzung einer PhD-Thesis gern auch ein ganzer Monat in Anspruch genommen werden. Ein Fakt, der für notorisch prokrastinierende Studenten zum Problem werden kann. Die Kosten liegen für eine Fachübersetzung, je nach Sachgebiet und Zielsprache, zwischen 0.12 € 0.25 € pro Wort. Eine wissenschaftliche Abhandlung in theroretischer Physik von Deutsch auf Koreanisch wiegt halt anders als die Übersetzung einer sozialwissenschaftlichen Arbeit von Deutsch auf Englisch. Auch hier entscheidet aber der Einzelfall. Diese Tatsache birgt ebenso seine Tiefen. Falls es also irgend möglich ist sollte man also die eigene Arbeit selbst übersetzen und lediglich ein Fachlektorat anfertigen lassen. Jenes schlägt mit etwa 60% weniger zu Buche. Erfährt man dies jedoch zu spät, steht für eine Eigenübersetzung unter Umständen keine Zeit mehr zur Verfügung. Studentenrabatte für wissenschaftliche Übersetzungen oder Lektorate von eigens angefertigten Übersetzungen helfen zwar, die Umsetzung auch mit begrenzten finanziellen Mitteln auf die Beine stellen zu können. Auch kann man Ratenzahlungen von bis zu 12 Monaten vereinbaren – der eigentliche Kern des Problems, der Kostenfaktor, aber bleibt für die meisten Studierenden ohne zählbares Einkommen aber unberührt. Ein Preisvergleich lohnt sich daher in diesem Segment, trotz aller vermeintlich lockenden Rabattierungen. Auch die Abdeckung dieser Kosten durch Stipendien gewinnt in der letzten Dekade an Bedeutung. So lobt etwa die Fritz Thyssen Stiftung, die VG Wort, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das Auswärtige Amt mit dem Programm „Geisteswissenschaften International“ ein Stipendium für die Übersetzung sozialwissenschaftlicher Werke aus. Anträge für die aktuelle Ausschreibung können online jährlich bis zum 31. Juli eingereicht werden.

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