16.08.2010 von Patricia

Zu Hause Samples aufnehmen Teil 1

sampling
Viele fragen sich, „Braucht man das?“, denn Samples gibt es mittlerweile als Pakete zu kaufen, und zwar in erstklassiger Qualität. Ich versuche Dir einige Gründe aufzuzählen, warum Du es auch mal selber versuchen solltest.

• Du findest nicht immer den Sound, den Du suchst in einer Library
• Du willst einen authentischen Sound, der nicht nur durch saubere Qualität beeindruckt.
• Komposition fängt beim Instrument an. Du willst als Musikproduzent Sounds benutzen, zu denen Du einen
Bezug hast, und deren Ursprung Du nachvollziehen kannst.

Der folgende ist nicht der einzige Weg gut Samples aufzunehmen, sondern nur einer der Standard-Wege.

Also fangen wir an:

  • – Erstmal brauchst Du einen Software- oder Hardware Sampler. Hardware Sampler gibt es viele, so z.B die Akai MPC Serie oder Roland MV Serie (mindestens 32MB Speicher sind empfehlenswert!). Es gibt aber auch super Software Sampler, die Du auch bei uns auf unimall.de/music findest. Dazu gehören Native Instruments Kontakt 4, IK Sample Tank, Logic EXS24, Steinberg HALion, oder MOTU Mach Five. Die folgende Beschreibung geht von einem Software Sampler aus.
  • – Dann brauchst Du einen Waveform Editor (z.B. Steinberg WaveLab), der Deinen Sampler unterstützt. Bitte prüfe immer die Kompatibilität mit dem Sampler vor dem Kauf!
  • – In punkto Audio-Interface gibt es natürlich verschiedene Qualitätsstufen. Ein qualitativ guter Wandler, der möglichst in verschiedenen Sampleraten abspielen kann (44.1 k, 22.050 k, und idealerweise auch seltenere Raten wie 20, 30 oder 44.099k), kombiniert mit einem guten Preamp, wäre der Idealfall. Aber lass uns Low-Budget denken. Dann ist die Mindestanforderung ein Audio-Interface mit XLR-Eingang, z.B. Steinberg CI1/2+, Yamaha Audiogram, oder ESI U46 XL. Bevor Du Dir ein Audio Interface kaufst, informiere Dich bei dem Hersteller Deines Software Samplers. Die haben meistens einige Empfehlungen, welche mit dem Sampler am besten kollaborieren.
  • – Samples nehmen unheimlich viel Speicher ein. Also ist eine externe Festplatte besonders empfehlenswert.
  • – Gute Mikrofone. Wenn Du ein Paar kleine, gute Kondensatormikrofone besitzt, oder irgendwo ausleihen kannst, dann bist Du sehr gut ausgestattet. Wenn die Möglichkeit nicht besteht, dann fang mit dem Mikrofon an, dass Du dir leisten kannst. Mittlerweile bekommst Du ein Kondensatormikrofon für geringe Preise.
  1. Sample erstmal in den Waveform-Editor, nicht direkt in den Sampler. Denn auf einem Editor kannst Du so lange wie Du möchtest aufnehmen, um dann aus den Aufnahmen die besten Sounds zu selektieren: Aussuchen, Cut, und Paste. Im Sampler müsstest Du jede Note (oder jeden Sound), einzeln aufnehmen.
    Auf Deinem Waveform-Editor kannst Du die Sounds nicht nur anhand des Klangs, sondern auch anhand des Gain Charakters selektieren (was man nicht immer raushören kann). Hier sparst Du viel Zeit.
  2. Trimmen, grob loopen und optimieren mit Compression
    Nutze den Trim-Befehl um den genauen Anfang und das genaue Ende des Samples zu finden, und fange dann an den Sound zu loopen. Hier geht es um eine Grobversion – die Feineinstellung kannst Du später im Sampler besser machen. Optimiere dann die Lautstärke. Ist ein DC Offset vorhanden (wenn die Welle sich nicht genau um den Nullpunkt bewegt, sondern nach oben oder unten tendiert), dann benutze die „DC Offset“ Funktion um dies zu verbessern. Wenn die Waveform zu spitz ist, dann wende ein Kompressor-Plug-in an, um den Sound abzugleichen. Sonst wird Dein Sample in der späteren Produktion an Fülle und Leben verlieren. Also setze den Kompressor ein, annulliere das Ergebnis immer wieder, bis das Sample dem Sound entspricht, den Du gerne hättest – ein genauer Attack und ein voller Klang.
  3. TIPP: Exciter sind ein gutes Mittel um den Attack zu verdeutlichen. Aber aufgepasst, inflationär eingesetzt, wird das Sample zu grell. Wenn Du den Exciter einsetzt, dann wirklich nur für die Millisekunden am Anfang des Samples.
  4. Mit dem EQ kannst Du den Charakter eines Instruments klar in den Vordergrund schieben. Z.B. kannst Du matschende, und unnötige Bassfrequenzen rausnehmen (oder die Bassfrequenzen eines bassigen Instruments unterstreichen).
  5. Jetzt stehst Du am Ende Deiner Gain-Bearbeitung. Wenn der Gain-Level des Samples bereits zu Anfang gut war, so müsste der Sound nun perfekt für den Sampler sein. Wenn der Level der Aufnahme bereits zu niedrig war, dann wirst Du auf jeden Fall ein Rauschen hören. Was machst Du dann? Einige Vorschläge: Entweder Du schmeißt das Sample weg, oder Du machst etwas Kreatives mit dem Rauschen (was auch sehr interessant sein kann), oder Du gehst zurück zum Ursprung des ungetrimmten Samples und setzt ein Noise Reduction Plug-in ein. Damit kannst Du das Rauschen, bevor das Instrument erklingt, abfangen und entfernen. So oder so, nun müsste ein sauberes Sample vorliegen, um es an den Sampler weiterzuschicken.

Und nächste Woche folgt Teil 2….

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